Wann kann eine systemisch orientierte Beratung sinnvoll sein?

Wenn wir ein Thema klären wollen, dann unternehmen wir ja in aller Regel etwas dafür, ohne uns vorher Beratung zu suchen. Gleichwohl erleben wir nicht jeden dieser Versuche als erfolgreich. Wir kommen der Klärung nicht näher, manchmal empfinden wir sogar eine Verschlechterung der Situation. In Partnerschaften entwickeln sich belastende Themen häufig über mehrere Jahre und erscheinen irgendwann als nicht mehr lösbar.

Die systemischen Ansätze haben sich gerade damit beschäftigt:

  • Von System spricht man immer dann, wenn mehrere Beteiligte, in mehr oder weniger direkter Weise einen gemeinsamen Zweck (gemeinsame Ziele) verfolgen. Das passiert in Partnerschaften wie in betrieblichen Arbeitsstrukturen. Es ist sofort klar, dass jeder von uns Teil sehr vieler „Systeme“ ist.

  • Will oder muss man einen gemeinsamen Zweck verfolgen, dann müssen die Beteiligten dafür zusammenwirken und kommunizieren. Man hat festgestellt, dass zwischenmenschliche (soziale) Systeme mit der Zeit dazu neigen, bestimmte Kommunikations- und Verhaltensmuster auszuprägen und andere dafür auszuschließen.

  • Man könnte sagen, wir bleiben nicht offen für alle Sichtweisen zu einem Thema. Wir sind dann zu sehr ‚im System verhaftet‘, ‚drehen uns mit den Beteiligten im Kreis‘ oder sind ‚betriebsblind‘. Wir sehen ggf. für Andere viele Lösungen, aber für uns selbst keine.

  • Die systemischen Beratungsansätze gestatten sehr gut zu verstehen, was uns in unserer Beziehung ‚betriebsblind‘ macht, d.h. welche Kommunikations- und Verhaltensmuster wir in unserer Beziehung ausgebildet haben, welche Folgen sich daraus ergeben und natürlich, welche anderen Kommunikations- und Verhaltensweisen alternativ nützlich sein könnten.

Das Verstehen und Erleben neuer Handlungsmöglichkeiten ist aus meiner Sicht das wichtigste Ergebnis einer Beratung.